Aktuelles
Neuigkeiten aus dem GKS
Klärschlammverbrennung erst mal vom Tisch

Das Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt, kurz GKS, liefert Fernwärme für Schweinfurt und seine Industrie. Ein Gesellschafter neben den Großbetrieben sind die Stadtwerke, sie versorgen Privatleute und schließen diese auch an die Fernwärme an.
Für 84 Millionen Euro wollte das Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt sich fit machen für Klärschlammverbrennung im großen Stil.
Noch im November 2024 schien alles in trockenen Tüchern, zumindest was die Pläne betraf. Die standen. 84 Millionen Euro wollte das Gemeinschaftskraftwerk (GKS) Schweinfurt investieren, um in Zukunft statt Kohle Klärschlamm im großen Stil verbrennen zu können. Als eines von wenigen Kraftwerken in Bayern. Das hat sich geändert.
Vor kurzem gab es eine Gesellschafterversammlung. Am Dienstag hat das GKS nun eine Pressemitteilung veröffentlicht. Deren Kern: Die Pläne sind erst einmal vom Tisch, verschwinden wohl in der Schublade. „Die geplante Umrüstung auf die Verbrennung des Klärschlammaufkommens aus der Region wird zunächst zurückgestellt“, heißt es.
An dem Ausstieg aus der Kohle will man festhalten. Allerdings auf anderen Wegen, und schrittweise ab 2026. Die „aktuelle CO2-intensive Steinkohleverbrennung soll in einem ersten Schritt durch die Umrüstung auf Wasserstoff geeignete Gaskessel ersetzt werden", teilt das GKS mit. Von zwei bis drei Gaskesseln ist in der Mitteilung die Rede. Im Anschluss solle dann zumindest ein Kohlekessel auf „biogene Brennstoffe umgerüstet werden“. Gemeint sind Holzpellets.
Erst ab 2028 will man sich wieder über die Pläne mit dem Klärschlamm beugen. Dann wolle man „in einem dritten Schritt die Errichtung einer Trockenklärschlammanlage und einer dritten Turbine prüfen“. Grundlage dafür sollten die bereits erfolgten Planungen und der Wärmebedarf sowie die Preisentwicklung, die Konditionen für die Finanzierung sowie die zur Verfügung stehende Anlagentechnik sein, so die Mitteilung.
Die Gesellschafter des GKS seien sich einig, dass der Ausstieg aus der Kohleverbrennung, der für 2038 gesetzlich vorgeschrieben ist, so bald wie möglich beendet werden solle. Zu diesen Gesellschaftern gehören neben den Industriebetrieben Schaeffler, SKF und ZF die Landkreise Aschaffenburg, Schweinfurt, Haßberge, Main-Spessart, Miltenberg, Main-Tauber und Rhön-Grabfeld sowie die Städte Aschaffenburg und Schweinfurt als auch die Stadtwerke.
Als Gründe für die Planänderung nennt das GKS „unter anderem eine überstarke Inflation im Investitionsgüterbereich sowie eine marktbereinigte Anzahl von verfügbaren Technikanbietern“. Mit dem nun beschlossenen schrittweisen Vorgehen werde „die Finanzierung gesichert, eine flexible Anpassung an Veränderungen im Rahmen der Energiegesetzgebung und ein schnellerer Kohleausstieg als ursprünglich geplant ermöglicht“, heißt es in der Mitteilung. Schon der Umstieg auf Gas reduziere die CO2-Emissionen deutlich, so das GKS auf Nachfrage.
Zwei Drittel der Fernwärme, mit der es Industrie und Stadtwerke beliefert, kommen aus der Müllverbrennung. Für den Rest wird Kohle, Gas und - seit 2020 - auch, Klärschlamm mitverfeuert. Dieser Schlamm wird extern getrocknet, unter anderem in Würzburg.
Dort ist ein neuer Zweckverband zur Klärschlammverwertung gegründet worden: 40 Kommunen aus Unter- und Mittelfranken sowie der Main-Tauber-Kreis haben sich zum Zweckverband Klärschlammverwertung Main-Tauber-Aisch zusammengeschlossen. Am Müllheizkraftwerk Würzburg soll eine Trocknungsanlage gebaut werden. Der getrocknete Klärschlamm, so die bisherigen Pläne, sollte dann in Schweinfurt verbrannt und dabei Phosphor zurückgewonnen werden.
Auch die Stadt Schweinfurt ist bei den 40 Kommunen im Zweckverband dabei. Eine eigene Trocknungsanlage in Schweinfurt wäre zu teuer gewesen, hatte Umweltreferent Jan von Lackum vor kurzem im Bauausschuss des Stadtrats erklärt. So kommt auch Klärschlamm aus Schweinfurt nach Würzburg, um dort getrocknet zu werden.
Quelle: Pressemitteilung der Mediengruppe Main-Post | Von Katja Beringer | 20.12.25, Foto: Anand Anders
Neuer Zweckverband zur Klärschlammverwertung: 40 Kommunen bündeln ihre Kräfte zur Phosphor-Rückgewinnung
Die Vertreter der Mitgliedsgemeinden bei der Gründung des Zweckverbands Klärschlammverwertung Ende Juni. Foto: Christian Weiß (Stadt Würzburg)
Regionale Kooperation setzt Maßstäbe in der Kreislaufwirtschaft: Getrockneter Klärschlamm soll künftig Braunkohle und natürliches Phosphat ersetzen
Ab Ende dieses Jahrzehnts muss Klärschlamm aufbereitet und der darin enthaltene Phosphor rückgewonnen werden. So will es der Gesetzgeber. 40 Kommunen aus Unter- und Mittelfranken sowie der Main-Tauber-Kreis haben sich jetzt zum Zweckverband Klärschlammverwertung Main-Tauber-Aisch zusammengeschlossen, um diese Aufgabe gemeinsam zu meistern, berichtet eine Pressemitteilung. Dabei geht es nicht nur um die Schonung natürlicher Phosphatvorkommen, sondern auch um die Gewinnung erneuerbarer Energie. Eine zentrale Rolle in den Plänen spielt das Gemeinschaftskraftwerk in Schweinfurt (GKS) und das Müllheizkraftwerk in Würzburg (MHKW).
Hackerangriff auf das GKS in Schweinfurt: Unbekannte knacken E-Mail-Account und verschicken Mails
Anzeige gegen Unbekannt hat die Geschäftsführung des Gemeinschaftskraftwerks (GKS) vor kurzem erstattet. Was genau passiert ist und wie Experten den Fall beurteilen.
E-Mail-Zugangsdaten eines Mitarbeiters ausgespähnt
Die GKS-Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt GmbH ist vor kurzem durch eine "kriminelle Phishing-Attacke angegriffen worden". Wie die Geschäftsführung mitteilt, habe man das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) informiert. Dies habe den Angriff als "nicht meldepflichtig" eingestuft. Trotzdem, so die Mitteilung des GKS, habe man Anzeige gegen Unbekannt erstattet.
Was genau ist passiert? Laut Mitteilung begann alles mit einer eingehenden E-Mail. Diese habe selbst keine Schadsoftware enthalten und sei deshalb nicht sofort durch die installierten Firewalls erkannt worden. Im Rahmen des Angriffs seien die E-Mail-Zugangsdaten eines Mitarbeiters ausgespäht worden. Ohne Kenntnis des Mitarbeiters, aber in seinem Namen, seien in der Folge E-Mails von diesem Account versendet worden.
GKS schaltet auch externe IT-Spezialisten ein
Nach wenigen Minuten sei der Angriff erkannt und durch das GKS abgewehrt worden. Tiefgehende Analysen, auch durch externe IT-Spezialisten, hätten gezeigt, dass die Angreifer nicht weiter in die geschützte IT-Infrastruktur des GKS eingedrungen seien. "Der Betrieb des GKS konnte jederzeit ohne Beeinträchtigung gewährleistet werden", heißt es in der Mitteilung weiter. Die betroffenen E-Mail-Empfänger seien informiert worden. (kab)
Quelle: Pressemitteilung der Mediengruppe Main-Post vom 25.03.2025
GKS im Umwelt- und Klimapakt
Im Namen des Bayerischen Umweltministers Thorsten Glauber überreichte Oberbürgermeister Sebastian Remelé gemeinsam mit dem städtischen Umweltreferenten Jan von Lackum kürzlich die Teilnahmeurkunde am Umwelt- und Klimapakt Bayern an die GKS-Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt GmbH.